Vergleicht man die Entwicklung der US-Börse mit den Börsen in Europa, so zeigt sich, dass die Börsen in Europa von der Entwicklung der US-Börse sehr stark beeinflusst werden.
Die Aktienkurse ermitteln sich aus dem Angebot und der Nachfrage nach Aktien. Folgt man diesem Leitprinzip, so müssten die Kursentwicklungen an jeder Börse unabhängig sein. Dies ist jedoch nicht der Fall. Der Hauptgrund hierfür ist, dass die Aktienhändler nicht nur in ihren Heimatmärkten mit Aktien handeln, sondern auch an anderen Börsenplätzen. Dabei spielen die US-Börsen im internationalen Aktienhandel die zentrale Rolle.
Der Aktienhandel hat in den USA eine wichtige historische Bedeutung. Anders als in den europäischen Ländern, wurden hier sehr früh Aktiengesellschaften gegründet, an denen sich die Bürger des Landes beteiligen konnten. Die Aktienquote der US-Bürger ist deutlich höher als die der Europäer. Ein weiterer wichtiger Aspekt für die Bedeutung der US-Börsen lag in dem Bankensystem, das noch bis weit ins 20. Jahrhundert galt. Im Gegensatz zu den Universalbanken in Europa gab es in den USA das Trennbanksystem. Neben den Kreditbanken gab es Investmentbanken, die sich ausschließlich mit der Aktienanlage beschäftigten, der Aktienhandel war ihre Hauptaufgabe. Hierdurch gewannen die US-Börsen an enormer Wichtigkeit im Wirtschaftsgeschehen.
Auch die Politik förderte die Anlage in Aktien tatkräftig. Neben den Bürgern haben auch viele öffentliche Institutionen, wie z. B. Pensionskassen Hochschulen, Krankenkassen usw. ihr Geld in Aktien angelegt.
Aus all diesen Gründen resultiert die Tatsache, dass die US-Börsen einen erheblichen Einfluss auf die Kursentwicklungen an den europäischen Börsen haben.