Jeder dritte Deutsche leidet heute an Rückenschmerzen, acht Millionen unter Arthrose. Orthopädische Volkskrankheiten wie Arthrose, Osteoporose und Rückenschmerzen bedeuten mit 40 bis 50 Milliarden direkter und indirekter Kosten eine große Belastung unserer Sozialsysteme. Aber wer meint, durch Schonen seine Gelenke vor Abnützung zu schützen, irrt gewaltig.

Gelenkknorpel werden nicht über Blutgefäße versorgt, sondern sind auf die Zufuhr von Nährstoffen aus der Synovialflüssigkeit, der  sogenannte „Gelenkschmiere“, angewiesen.

Unter Voraussetzung einer ausgewogenen Ernährung werden durch den Wechsel von Be- und Entlastung – d.h. Bewegung – genügend Nährstoffe in die Gelenkflüssigkeit und von dort in den Knorpel gepumpt.
Hierbei spielen Glukosamin- und Chondroitinsulfat eine im doppelten Sinne „tragende“ Rolle. Glukosaminsulfat, ein hochkonzentrierter Aminozucker, wird vom Organismus im Normalfall ausreichend selbst hergestellt. Der gelenkfreundliche Nährstoff dient einerseits als Grundbaustein für Knorpel und Bindegewebe, andererseits ist er auch für die Reparatur geschädigter Knorpel in Gelenken und Wirbelsäule und für die Herstellung der Gelenkflüssigkeit unverzichtbar.

Chondroitinsulfat, ebenfalls ein natürlicher Bestandteil des Knorpels, kann vom Organismus aus Glukosaminsulfat synthetisiert werden. Das Riesenmolekül besteht aus vielen aneinander geketteten Aminozuckern, kann deshalb eine große Menge Wasser binden und sorgt so für die notwendige Elastizität des Knorpels.

Mit zunehmendem Alter können ungesunde Ernährungsweise, Stoffwechselstörungen, Über- oder Fehlbelastungen dazu führen, dass die körpereigene Glukosaminproduktion den Bedarf nur ungenügend decken kann. Die Aufnahme mit der täglichen Nahrung gestaltet sich ebenfalls schwierig, weil heutzutage bei den wenigsten Menschen glukosaminreiches, tierisches Knorpelgewebe oder ausreichend große Mengen Schalentiere auf dem täglichen Speiseplan stehen. Durch den resultierenden Mangel verwässert die ursprünglich zähflüssige Gelenkschmiere, die Knorpel der Gelenkkapseln „verhungern“, schrumpfen und werden spröde. Entzündungen der Gelenke, Schwellungen, Steifigkeit und Schmerzen können die Folge sein.

Nachdem der Gelenknährstoff in unserer sonstigen Nahrung eher unterrepräsentiert ist, bleibt nur die Aufnahme über hochwertige Nahrungsergänzungsmittel. Glukosamin wird zwar leicht und schnell von unserem Körper aufgenommen, die gelenkfreundlichen Effekte sind jedoch bei regelmäßiger Einnahme frühestens nach sechs bis acht Wochen zu erwarten.

Klinische Untersuchungen belegen, dass Glukosaminsulfat abschwellende und schmerzlindernde Eigenschaften bei Gelenkproblemen hat und sogar bereits geschädigte Knorpel- und Sehnengewebe regenerieren kann.
In einer belgischen Langzeitstudie erhielten 212 Menschen mit Kniearthrose über drei Jahre täglich Glukosamin (1.500 mg/Tag) oder Plazebo. Sowohl bezüglich der Größe des Gelenkspalts – Maß für die Gesundheit der Gelenke – als auch hinsichtlich Schmerzen und Bewegungseinschränkung zeigte sich die Glukosamingruppe gegenüber der Kontrollgruppe eindeutig überlegen.

Darüber hinaus lassen Tierstudien vermuten, dass Glukosamin in der Lage ist, die Wirkung schmerzstillender Medikamente zu verstärken