Stephan Heibel, Herausgeber des Heibel-Ticker Börsenbriefes hält unter den 3 Katastrophen, die aktuell die Märkte beeinflussen, die Unscheinbarste am einflussreichsten.

RETTUNG DER US-AUTOKONZERNE GESCHEITERT

1. Der Kongress hat das Rettungspaket für die Big 3 Autokonzerne aus Detroit abgelehnt. Es sieht somit wohl so aus, als wären damit Chrysler und General Motors zum Jahresende pleite. Für Ford könnte es durch die ausfallenden Zulieferer sehr eng werden. Dies wird laut Stephan Heibel nicht geschehen, sondern vielmehr wird in seinen Augen Chrysler liquidiert, GM unter Chapter 11 gestellt, was ein schnelles Insolvenzverfahren anschiebt und Ford wird irgendwie überleben.

JP MORGAN HAT PROBLEME BEI DER INTEGRATION VON BEAR STEARNS

2. Jamie Dimon findet immer neue Löcher bei Bear Stearns, dem im Frühjahr übernommenen Broker, erklärt, dass die Abschreibungen wesentlich größer sind, als zum Übernahmezeitpunkt erkennbar. Das ist eine grauenvolle Meldung für den gesamten Finanzsektor, hatte man doch gehofft, dass das Schlimmste eingepreist sei. Nachdem man Jamie Dimon zu den wenigen Finanzchefs zählt, der sein Unternehmen gut durch die Krise manövrierte, ist es umso gravierender, wenn ausgerechnet er jetzt von noch großen Problemen spricht. Es wird als Zeichen gewertet, dass weitere Schnäppchenjäger die Finger von Finanzaktien lassen werden in den nächsten Monaten. Stephan Heibel sieht sich also in seiner schon vor Wochen ausgesprochenen Warnung vor Engagements im Finanzsektor bestätigt.

HEDGEFONDS-MANAGER IN HANDSCHELLEN ABGEFÜHRT

3. Diese eher unscheinbare Meldung hat wohl den größten Einfluss auf die Märkte, so Stephan Heibel. Madoff galt als einer der allerbesten Hedgefondsmanager der Welt. Er verwaltete für die Reichsten der Reichen am Jahresbeginn knapp 17 Mrd. US-Dollar. Nun fand die Staatskanzlei heraus, dass von den ganzen Geld null und nichts mehr übrig ist.

Es ist schon fatal, wenn seine Anleger nun aus der Presse erfahren, dass das von ihnen in vertrauensvoller Absicht zur Verfügung gestellte Geld einfach weg ist, der Anlageberater in Handschellen abgeführt. Dabei wusste Madoff schon lange, was gespielt wird. Er hat gegenüber 2 Mitarbeitern seine Firma als Schneeballsystem dargestellt.

Wer genau die Kunden eines bestimmten Hedgefonds sind, ist streng geheim, aber sicher ist, dass durch eine solche Tragödie diese Anleger auch von anderen Anlageberatern ihr Geld abziehen werden und bei den nächsten Dinnerparties das selbe auch ihren Freunden raten werden.

Die Folge ist eine weitere Runde von Liquidationsverkäufen.

Welchen Schluss Stephan Heibel daraus zieht und wie Sie sich seiner Meinung nach gegen weiter fallende Märkte absichern können, lesen Sie im Heibel-Ticker Börsenbrief.