Stephan Heibel, Herausgeber des Heibel-Ticker Börsenbriefes hält eine Rallye ohne ansteigenden Ölpreis für nicht nachhaltig.
Wollen wir die breite Aktienbörse steigen sehen, so bedarf dies laut Heibel einer anziehenden Wirtschaft, die automatisch zu einem anziehenden Ölpreis führt. Der momentane Ölpreis-Einbruch zeigt also im Umkehrschluss, dass die Zuversicht in die Konjunktur noch nicht sehr groß ist.
Oberstes Ziel von Obamas gestern umrissenen Konjunkturprogramm sei es, die Ölimporte der USA zu verringern. Und dies durch zwei Standbeine: Zum einen durch erneuerbare Energien und zum anderen durch Effizienzsteigerungen in der Energieversorgung. Hier zuallererst bei der Stromversorgung. So sollen Investitionen in öffentliche Gebäude beschleunigt werden, um die Wärmeisolierung zu verbessern, was das Sparen an Energie und somit Öl zur Folge hat.
Im Gegensatz zu Sarah Palin geht Obama also in Richtung Energiesparen, anstatt mehr Ölbohrungen in Offshore-Gebieten zuzulassen. Ein bemerkenswerter Schritt vor dem Hintergrund, dass dieses Land auch schon mal ein anderes angegriffen hat, um seine eigene Ölversorgung sicher zu stellen.
China beispielsweise hat riesige Infrastruktur-Programme auf den Weg gebracht, um die Stromversorgung des Landes nachhaltig aufzubauen. China wird sich wohl mit seinen Nuklear-Plänen durchsetzen, so Stephan Heibel. Atomkraftwerke können seitens China dann also CO2-arm angepriesen werden und der damit gewonnene Strom ist extrem günstig.
Die Welt bewegt sich langsam weg vom CO2.
Der Schwenk ist minimal, doch es geht hier in erster Linie um die Erkenntnis, dass andere Wege bestehen und politisch durchsetzbar sind.