Stephan Heibel, Herausgeber des Heibel-Ticker Börsenbriefes warnt vor den Gefahren einer vergleichsweise hohen Verzinsung der Bertelsmann Genussscheine.
Der Genussschein wird mit 15% verzinst, unter der Voraussetzung, dass der Konzern einen ausreichenden Gewinn erwirtschaftet. Bei einem Genussscheinvolumen von insgesamt 499 Mio. Euro muss Bertelsmann mindestens 75 Mio. Euro Gewinn erwirtschaften, damit die Genusscheine voll bedient werden können.
Dies ist in den vergangenen Jahren meist gelungen, 2007 betrug der Konzernüberschuss 405 Mio Euro und 2008 noch immer wenigstens 207 Mio Euro. Im ersten Quartal 2009 wurde nun ein Konzernverlust von 78 Mio. Euro erwirtschaftet. Somit droht den Eignern der Genussscheine erstmals der Ausfall der Zinszahlung, wenn sich das Geschäft im laufenden Jahr nicht drastisch verbessert.
Ostrowski, Chef von Bertelsmann macht da wenig Hoffnung. Seit Anfang der Krise korrigiert er die Wachstumsziele beständig nach unten, gleichzeitig schraubt er Sparmaßnahmen in die Höhe. Anleger vermissen unternehmerische Weitsicht und trauen daher den Genussscheinen noch immer nicht.
Nun, das Geschäftsmodell des Buchclubs ist schon seit Jahren ein Auslaufmodell. TV-Medien und Prints finanzieren sich über Werbung, lange schon nicht mehr über Inhalte.
Langsam hat Bertelsmann diese Entwicklung erkannt und laut Pressemeldung bereits einen zweistelligen Milllionenbetrag in Scoyo, eine neue Education-Plattform investiert. Schulstoff soll hier spielerisch vermittelt werden, später durch weitere Lerninhalte ergänzt. Die Finanzierung soll durch Monatsbeiträge erfolgen. Bevor dies greift, muss Bertelsmann leider zusehen, wie Werbebudgets in krisenzeiten immer mehr zusammengestrichen werden.
Wer die Gewinner sein werden, wenn die Konjunktur wieder anzieht und wie die Aussichten auf Zinszahlung bei den Bertelsmann Genussscheinen sind, lesen Sie im Heibel-Ticker Börsenbrief.