Stephan Heibel, Herausgeber des Heibel-Ticker Börsenbriefes definiert in seinem Börsenbrief Gold als Wette gegen unser Finanzsystem.
Das Verlangen, Gold zu besitzen, ginge, so Heibel, weit über den Goldschmuck hinaus: Auch Goldbarren und Goldmünzen würden von Anlegern gerne gehortet. Man könne damit zwar eigentlich nichts anfangen, aber man könne sicher sein, dass es immer Menschen geben würde, die das Gold ebenfalls haben möchte. Und Diese würden dann entsprechend einen marktüblichen Preis dafür zu zahlen bereit sein.
Dies sei schon seit über 4.000 Jahren so. Und würde, laut Heibel, auch in 4.000 Jahren noch so sein. Gold sei ein Wertaufbewahrungsmittel, das durch sein hohes Alter ein großes Vertrauen in der Bevölkerung weltweit besitze.
Unser Papiergeld, genannt Euro, habe gerade einmal sieben Jahre auf dem Buckel. Und die D-Mark zuvor habe es auf 54 Jahre gebracht. Davor habe es die Reichsmark gegeben, die unter großen Turbulenzen (1923 Hyperinflation) 77 Jahre überlebt habe. Und davor Kreuzer, Taler, Heller, Sechser, etc., ein Sammelsurium an Währungen, die sich allesamt nur für kurze Zeitspannen als stabil und verlässlich entpuppt hätten.
Unser heutiges Finanzsystem beruhe auf den Vereinbarungen von 1944, die in den letzten Kriegsjahren in Bretton Woods (USA) getroffen worden wären. Zuvor sei der Welthandel in Britischen Pfund abgerechnet worden, doch die Briten wären in Folge des 2. Weltkrieges nicht mehr in der Lage gewesen, den Wert des Pfundes stabil zu halten. So seinen die USA eingesprungen: Für jeden US$, der in das Weltfinanzsystem gegeben worden sei, wäre eine entsprechende Menge an Gold vorgehalten worden. Für eine Unze sei ein Preis von 35 US$ festgesetzt worden, bis US-Präsident Nixon dann 1971 das sogenannte „Goldfenster” geschlossen habe, d.h. die Goldbindung sei aufgehoben worden.
In den Siebziger Jahren, als der Goldpreis von 35 auf 875 US$/Oz geschossen sei, wäre überall in der Welt nach Gold gebuddelt worden. So sei die Goldproduktion in den folgenden Jahren schneller angestiegen als die Goldnachfrage. Zur Jahrtausendwende habe man dann nur noch von Minenschließung und von der sinkenden Nachfrage nach Gold gehört.
Von 1998 bis 2001 habe sich ein Boden gebildet: Teuer produzierende Goldminen wären inzwischen geschlossen worden, die weltweite Schmuck- und Industrienachfrage hätte die aufgebauten Lagerbestände abgebaut, sogar die Verkäufe vereinzelter Notenbanken (bspw. die Schweizer Nationalbank, die Britische Bank of England) hätten den Goldpreis nicht weiter in den Keller drücken können. Es folgte 9/11, am 11. September 2001 flogen Flugzeuge in das World Trade Center und mit einem Schlag wäre den Menschen klar geworden, wie fragil ihr System doch sei.
Seit 2001 empfiehlt Stephan Heibel seinen Kunden konsequent den Kauf von Goldbarren und Goldmünzen. Im Jahr 2003-2005 habe er sogar den Kauf von Gold-Zertifikaten und von Goldminen empfohlen. Es folgte der Anstieg auf 1.032 US$/Oz im Jahr 2008.
Welche Anlageformen heute noch denkbar wären, lesen Sie im Heibel-Ticker Börsenbrief.