Rahmenprogramm der Bischöflichen Akademie des Bistums Aachen zur Mitgliederversammlung des SFV – auch für Nichtmitglieder! Die Tagung findet von Samstag, 11. November 2006 Beginn 13.30 Uhr
bis Sonntag, 12. November 2006 Ende 14.00 Uhr, im August-Pieper-Haus, Aachen, Tagungsnummer: A 10567 statt.

Mit ca. 4,5% Anteil an der Stromerzeugung in Deutschland liegt die Windenergie an der Spitze der regenerativen Energieträger in diesem Sektor. Zwischen den Jahren 2000 und 2005 hat sich ihr Beitrag fast verdreifacht. Parallel dazu wurde Deutschland Weltmarktführer für Windkraftanlagen.

Windenergie gehört zu den preisgünstigsten regenerativen Energieträgern und die zugehörige Technologie ist ausgereift. Ihr weiterer Ausbau ist daher eine wichtige Komponente auf dem Weg, die Emission klimaschädlicher Gase weiter zu reduzieren.

Aufgrund der inzwischen erreichten Dimensionen wirft der Ausbau der Windenergie jedoch verschiedene Fragestellungen auf: Ist der Bau weiterer Anlagen im Binnenland noch sinnvoll oder sind die ertragreichsten Standorte bereits belegt, so dass an neuen Standorten nur noch mit zu vergleichsweise hohen Kosten Energie erzeugt würde? Wie lassen sich Landschafts- und Naturschutz mit einem Ausbau der Anlagen vereinbaren? Gibt es hierzu nachvollziehbare Kriterien?

Erhebliches Potential wird in der Errichtung sogenannter Offshore-Windparks in der Nordsee gesehen. Weit vor der Küste weht der Wind stärker und verspricht eine höhere Windausbeute als an Land. Sind solche Windparks effizient? Immerhin ist die Konstruktion und der Betrieb hinreichend sicherer Anlagen unter den dort herrschenden Bedingungen mit erheblich höheren Kosten als im Binnenland verbunden. Auch werden hier ökologische Bedenken erhoben.

Weitere zu berücksichtigende Aspekte sind die Anforderungen an das Stromnetz durch eine signifikant wachsende Einspeisung von Windstrom. Die unabhängig vom Bedarf witterungsabhängig schwankende Energieerzeugung erfordert dann eine entsprechend angepasste Netz- und Kraftwerksstruktur. So muss z.B. in großem Umfang momentan nicht benötigte Energie zwischengespeichert werden und bei Bedarf wieder abrufbar sein. Dazu werden die derzeit bestehenden Pumpspeicherkraftwerke nicht ausreichen.

Angesichts drohender Klimaveränderung und schwindender fossiler Energieträger – ganz abgesehen von deren sicherheitspolitischer Brisanz – ist die intensivere Nutzung der Windenergie ohne Alternative. Wie dies unter ökologischen und ökonomischen Gesichtspunkten am sinnvollsten geschehen kann, wollen wir im Rahmen der Tagung diskutieren.

Dr. Karl Allgaier, Akademiedirektor
Dr. Georg Souvignier, Tagungsleiter

Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite der Bischöflichen Akademie unter http://www.bischoefliche-akademie-ac.de ->Tagungsübersicht unter dem Datum vom 11.11.2006

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