Berlin, 05.03.2007 - Die Vereinigung deutscher und russischer Ökonomen Dialog e. V. legt eine neue Grundlage für die Deutsch-Russische Energiebeziehungen.
Die Veranstaltung „Alternative Energien in Russland“ hat ein wichtiges Zeichen für mehr Energieeffizienz und umweltschonende Energie in Europa gesetzt. Das Thema der erneuerbaren Energien gewinnt auch in Russland zunehmend an Bedeutung, dafür spricht ein großes Interesse der Regionen für mehr Unabhängigkeit von Öl und Gas aus den zentralen Netzen und für die Nutzung eigener erneuerbaren Energieressourcen, – so Dr. Petra Opitz von der Deutschen Energie-Agentur.
In ihrem Referat über die rechtlichen Rahmenbedingungen für erneuerbaren Energien in der Russischen Föderation nannte sie drei Gründe für die Entwicklung der erneuerbaren Energien: Klimaschutz, Energieversorgung und -diversifikation und Technologienentwicklung. Aber für die ersten zwei fehlt in Russland die Motivation. Das russische Parlament hat vor kurzem einen Unterausschuss für erneuerbaren Energien gebildet. Zur Zeit setzt Duma nach der Meinung von Petra Opitz auf den falschen Pferd und betont, dass ein Netzeinspeisegesetz für Russland besser wäre, als ein Gesetzt, das auf die dezentrale Energiewirtschaft und Stärkung der Regionalisierung in der Energieversorgung setzt.
RAO EES, als einer der führenden Energieholdings in Russland mit der Monopolstellung, plant unter anderem Wiederentwicklung von kleinen Wasserkraftwerken, Nutzung der Solarenergie und Windkraft zur Stromerzeugung. Der sich in der Vorbereitungsphase befindende Gesetzesentwurf über die Entwicklung der erneuerbaren Energien ist unterschiedlichen Interessen ausgesetzt, von der deutschen Seite wird versucht auf die politische Entwicklung in dem Bereich der umweltfreundlichen Energie Einfluss zu nehmen, indem man internationale Erfahrung vermittelt und über in Deutschland vorhandene Technologien aufzuklären versucht.
Mit einigen umweltfreundlichen Verfahren lässt sich bereits heute ein guter Gewinn erwirtschaften,- so Dr. Konstantin Powarow von der Nauka SAO, die sich seit 1992 mit der Geothermalen Energie befasst. Geothermale Kraftwerke wie in Kamtschatka Region können schon bald den gesamten Energiebedarf von Tschukotka, Kamtschatka und der Kurilen abdecken. Ein Aushängeschild des Unternehmens ist der 1999 gebautes Kraftwerk, der insgesamt 1/3 des Stromverbrauchs der Kamtschatka Region abdeckt. Der dadurch produzierte Strom ist außerordentlich günstig und könnte einen wirtschaftlichen Aufschwung in die Region bringen. „Russland sieht sich derzeit steigenden Gas- und Heizölpreisen gegenüber, und der baldige WTO-Beitritt wird die Entwicklung der erneuerbaren Energien noch profitabler machen,“ – sagte Konstantin Powarow.
Dr. Dieter Flämig, der Staatssekretär a. D. und der Geschäftsführender stellvertretender Vorsitzender des Hauptverbandes für den Ausbau der Infrastruktur in den Neuen Bundesländern e.V. INFRANEU leitete die abschließende Diskussionsrunde.
Die Biomasse, und besonderes zahlreich vorhandenen Holzabfälle ließen sich unter anderem durch Verkauf von CO2-Emissionscertifikaten profitabel machen – erklärte André Dahn, Leiter des Geschäftsbereichs Außenwirtschaft der Mull und Partner Ingenieurgesellschaft mbH. Die Teilnehmer haben sich einig gezeigt, den Dialog zwischen den beiden Ländern im Bereich der erneuerbaren Energien fortsetzen zu wollen.