Stephan Heibel, vom Heibel-Ticker Börsenbrief, kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass an der Börse die alten Zusammenhänge verstärkt nicht mehr gelten.
Früher war ein hoher Ölpreis zugleich ein belastendes Element für die Industrie und somit für die Aktienmärkte. Hingegen scheint er heute ein Signal für eine positive Konjunktur zu sein. Aber ein hoher Ölpreis beinhaltet auch steigende Energie- sowie Produktionskosten. Als logische Konsequenz gehen die Unternehmensgewinne zurück, die Aktienkurse ebenfalls. So war es zumindest bisher.
Nun wird ein hoher Ölpreis hingegen seit fast zwei Jahren als klares Zeichen für eine boomende Weltkonjunktur gewertet. Man geht davon aus, dass niemand so viel Geld für ein Barrel Öl ausgeben würde, wenn die Produktionsergebnisse dann nicht zu einem entsprechenden Preis verkauft werden könnten.
So signalisiert andererseits ein rückläufiger Ölpreis das Ende des Konjunkturaufschwungs weltweit. Dabei ist es egal, wie weit der Ölpreis zurückkommt, es reichen die schlechten Aussichten um die Aktienmärkte einbrechen zu lassen.
Wenn man sich morgens vor Börseneröffnung die Entwicklung des Ölpreises anschaut, erhält man bereits eine gute Idee, wie die Tagesstimmung sein wird.
Die Aktienbörse folgt also nach Ansicht von Stephan Heibel momentan dem Ölpreis. Viele Analysten machen den fallenden Ölpreis für den Anstieg der Aktienkurse verantwortlich. Das gilt jedoch nur noch, wenn man davon ausgeht, dass die USA nach wie vor die führende Weltmacht sind. Betrachtet man jedoch das riesige US-Haushaltsdefizit, sieht es so aus: Das Haushaltsdefizit ist verantwortlich für die US Dollar Schwäche und durch den niedrigen Wechselkurs können die US-Unternehmen mehr exportieren, da die Preise konkurrenzfähig sind. Dies reicht in den Augen der Analysten bereits aus, die Weltwirtschaft in Schwung zu bringen.
Welche Handlungsschritte Stephan Heibel daraus ableitet, lesen Sie im Heibel-Ticker Börsenbrief.