Nicht nur Börsianer, auch viele Kleinanleger betrachten Charts von Aktien oder Indizes wie den Dax in diesen Tagen mit Sorge. Schließlich zeigen die gezackten Kurven das Auf und Ab, dass für Börseninvestments typisch ist. Betrachtet man die Charts über einen längeren Zeitraum, erhält man einen Überblick über die vergangene Entwicklung eines Marktes. Auf einen Blick lassen sich an Charts größere Entwicklungen wie Hoch- und Tiefpunkte und oft auch Trends ablesen.

Einige Analysten sind der Auffassung, dass Charts nicht nur einen Blick in die Vergangenheit eröffnen, sondern auch Prognosen für die Zukunft einer Aktie oder eines Marktes ermöglichen können. Diese Charttechniker analysieren die Verläufe der Kurse anhand ihrer Geometrie und versuchen damit, Rückschlüsse auf kommende Entwicklungen zu ziehen. Diese Art der Chartanalyse gründet sich auf der Meinung, dass bei Kursentwicklungen bestimmte Muster immer wieder vorkommen. Die Herausforderung der Chartanalyse sei es also, diese Muster rechtzeitig zu erkennen, um Anlegern Empfehlungen zu geben.

Diese geometrische Analyse, bei der gedachte Stütz- und Hilfslinien oder Trendkurven in den Chart eingezeichnet werden, ist bei Experten nicht unumstritten, da ihr fehlende wissenschaftliche Tiefe nachgesagt wird. Statt der Chartanalyse setzen diese Experten eher auf fundamentale Aktienanalysen, die Kennzahlen und Marktdaten berücksichtigen und interpretieren.

Dennoch beschäftigen nahezu alle Banken Charttechniker. Bei Wirtschaftssendungen auf N-TV, N24 oder Bloomberg sind Chartanalysten gern gesehene Interviewpartner. Schließlich kann eine Chartanalyse tatsächlich vor allem für Kleinanleger eine willkommene Entscheidungshilfe sein. Aus genau diesem Grund billigen auch Kritiker der Charttechnik einen gewissen Einfluss auf die Börse zu. Zumindest kurzfristig, so ist aus großen Bankhäuser zu hören, können geometrische Chartanalysen Einfluss auf die Kursentwicklung nehmen. Nämlich dann, wenn bekannte und beliebte Börsenexperten im Fernsehen oder in Börsenzeitschriften anhand der Analysen Kauf- oder Verkaufsempfehlungen geben. Weil gerade in unsicheren Börsenzeiten die Anleger jeden Rettungsanker aufnehmen, der Sicherheit verspricht, können sich Empfehlungen auf Grundlage der Charttechnik in den Kursentwicklungen bemerkbar machen.

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