Technische Unterschiede
Der offensichtlichste Unterschied zwischen Gleich- und Drehstrommotoren ist definitiv auf technischer Ebene zu finden: Der Gleichstrommotor arbeitet ohne externe Elektronik und besteht lediglich aus einem Stator und Rotor. Der Drehstrommotor hingegen benötigt einen deutlich größeren technischen Aufwand, vor allem eine externe Leistungselektronik, die das Motorverhalten in Abhängigkeit von den Wünschen des Bedieners reguliert. Außerdem besteht er aus drei einzelnen Stator-/Rotorwicklungen, da jede Wicklung mit einer Leitung des Drehstromsignals versorgt wird. Der technische Mehraufwand hat jedoch auch eine positive Seite: Drehstrommotoren haben gegenüber Gleichstrommotoren einen deutlich besseren Wirkungsgrad. Während die Gleichstrommotoren maximal auf 40 Prozent Wirkungsgrad kommen, schaffen es Drehstrommotoren leicht bis zu einem Wirkungsgrad von über 90 Prozent, was vor allem im Hochleistungsbereich eine entscheidende Rolle spielt.
Wirtschaftliche Unterschiede
Wirtschaftlich gesehen gibt es zwischen Gleich- und Drehstrommotoren ebenfalls entscheidende Unterschiede. Gleichstrommotoren wurden fast auf allen Märkten komplett verdrängt, lediglich im Bereich der Fernsteuerungstechnik und bei Spielzeugen sind sie noch vertreten. Dies liegt vor allem daran, dass ihr Wirkungsgrad nicht sonderlich hoch ist und die Kosten von Drehstrommotoren in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich gesunken sind.
Drehstrommotoren haben sich praktisch in allen anderen Bereichen durchsetzen können, lediglich der erhöhte Platzbedarf und die leicht höheren Kosten gegenüber Gleichstrommotoren sind dem Drehstrommotor noch als Nachteil anzurechnen.
Ein wichtiger Zukunftsmarkt für Drehstrommotoren wird die Automobilbranche sein, in der es seit einigen Jahren eine zunehmende Elektrifizierung des Antriebsstrangs gibt. Es ist damit zu rechnen, dass die Kosten für die Herstellung von Drehstrommotoren aufgrund dieses Trends weiter reduziert werden können.