In alten Erzählungen verkörpert der Besitz von Gold ungeheuren Reichtum. Vermögende Herrscher und Händler hatten Schätze aus purem Gold in Kisten gehortet. In den achtziger und neunziger Jahren wären solch edlen Menschen jedoch gut damit beraten gewesen, das ganze Gold gleich liegenzulassen und stattdessen nach Aktienpaketen zu fragen, denn die Steigerungen beim Goldpreis haben in den letzten 25 Jahren die Inflationsrate bei weitem nicht ausgeglichen.
Ein häufig vorkommender Anlagefehler ist es, von der Vergangenheit auf die Zukunft zu schließen, besonders weil sich der Goldkurs in den letzten fünf Jahren überdurchschnittlich entwickelt hat.
Doch wenn Gold nicht die rentabelste Anlage ist, sollte es wenigstens die sicherste sein?
Nicht unbedingt: Der Goldpreis gerät bei abstürzenden Aktienkursen manchmal auch in Mitleidenschaft und erholt sich im Vergleich zu konkurrierenden Aktien nur sehr langsam.
Für US-Amerikaner brachte Gold dagegen aus einem ganz anderen Grund dennoch keine Sicherheit:
Präsident Rossevelt verbot 1933 den privaten Besitz von Gold. Eigentümer mussten es zu extrem niedrig angesetzten Preisen an den Staat abliefern. Erst seit 1973 ist es US-Amerikanern wieder erlaubt, Gold zu besitzen. Die Lehre, die man daraus ziehen kann: Wer Gold als sicheren Hafen betrachtet, sollte die Rechnung nicht ohne Hafenverwaltung machen.
Betrachten Sie Investitionen in Gold entweder als eine zeitweilige Spekulation oder als eine sehr langfristig angelegte Versicherung für ihr Vermögen. Doch zu hoch kalkulierte Investitionssummen können bei einem Notverkauf – wenn gerade unerwartet Geld benötigt wird – zu hohen Verlusten führen. Nichtsdestotrotz ist ein kleiner Anteil Gold im Portfolio nicht verkehrt, denn trotz der niedrigen Rendite hat sich Gold in puncto Sicherheit bewährt.