Ein Parfüm-Flacon gefüllt mir Milch – so kritisiert die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) in ihrer neuesten Anzeigenkampagne die steigenden Milchpreise. Die originell transportierte Botschaft: Die wettbewerbsfeindlichen Interventionen der EU-Agrarordnung würden das unverzichtbare Naturprodukt für mehr und mehr Konsumenten zu einem Luxusgut machen.

Die Kritik scheint nicht aus der Luft gegriffen, wenn man einen Blick auf das Portal Glocalist.com wirft: Dort wird berichtet, dass der Milchindustrieverband (MIV) bis zum Jahresende mit einem Preisanstieg für Milch von etwa 10 % rechne. Mehr noch: Innerhalb von nur einem Jahr sei in Deutschland der Preis für Magermilchpulver um 61 % und der von Butter sogar um 82 % in die Höhe geschnellt! Der Grund dafür sei, dass die früher berühmten Butterberge mittlerweile geschmolzen und die Milchseen von einst ausgetrocknet sind.

Zitat Max A. Höfer, Geschäftsführer der INSM: „Durch Quoten verknappt der Staat das Angebot und führt dadurch die Preissteigerungen herbei. Der Konsument darf zweimal in die Tasche greifen: an der Supermarktkasse und über jene Steuern, mit denen er die Landwirtschaft zu subventionieren hilft. Jedes Mal, wenn der Staat Preise und Mengen vorschreibt, zahlt der Konsument schlussendlich drauf."

Im Jahre 2003 ersetzten Direktzahlungen an die Bauern die einstigen Preisstützungen für die Landwirtschaft. Obwohl die Landwirte aufgrund der gestiegenen weltweiten Nachfrage immer besser vom Verkauf leben können, fließen diese Zahlungen nun ohne Unterbrechung weiter.

Das derzeitige Milch-Anzeigenmotiv der INSM wurde auch von Österreichs auflagenstärkster Tageszeitung, der Kronenzeitung, aufgegriffen. Dort folgert man ebenfalls, dass eine Kontingentierung in der Milchproduktion, die den Bauern nur eine bestimmte Produktionsmenge gestattet, für die Engpässe und die daraus resultierenden Preissteigerungen verantwortlich sei. Dies führe zur paradoxen Konsequenz, dass Bauern zu wenig verdienten, obwohl der Verbraucher zu viel zahle.