270 000 Abonnenten für IP-basiertes Fernsehen in Deutschland Ende 2007
Berlin, London, 18. April 2007. Der Markt für IP-basiertes Fernsehen – IPTV – wird in Europa in diesem Jahr deutlich an Fahrt gewinnen. Dies belegen aktuelle Untersuchungen der Unternehmensberatungen Goldmedia und Screen Digest. Die Abonnentenzahl wird sich in Europa nahezu verdoppeln und von 2,9 Millionen 2006 auf 5,6 Millionen Ende 2007 steigen. Parallel erhöhen sich die IPTV-Umsätze im gleichen Zeitraum von 470 Millionen Euro auf über eine Milliarde Euro.
In Deutschland gab es Ende 2006 erst rund 35.000 IPTV-Kunden. Bis Ende 2007 wird diese Zahl auf etwa 270.000 deutlich steigen. Auch in Großbritannien ist ein großes Wachstum zu erwarten: von 80.000 Nutzern 2006 auf 300.000 Abonnenten Ende 2007.
Orange und Telefónica bleiben Europas größte IPTV-Anbieter
In Europa gibt es mittlerweile 54 IPTV-Angebote. Allein 19 existieren in den fünf größten europäischen IPTV-Märkten Frankreich, Spanien, Italien, Deutschland und Großbritannien. Die Top 5 der europäischen IPTV-Anbieter wird von Orange (Frankreich) angeführt. Es folgen in der Reihenfolge ihrer Abonnentenzahlen Telefónica (Spanien), Free Telecom (Frankreich), Neuf Telecom (Frankreich) und Fastweb (Italien). Die Top 5-Anbieter konnten Ende 2006 rund 60 Prozent der IPTV-Umsätze in den fünf Ländern für sich verbuchen. Auch 2007 wird dieses Ranking so bestehen bleiben.
IPTV-Wachstum begünstigt durch Bekanntheit der Anbieter und durch DVB-T
Ein wichtiger Grund für das starke IPTV-Wachstum ist, dass die Angebote von etablierten Telekommunikationsunternehmen stammen. Orange, British Telecom, Telefónica, Deutsche Telekom oder Telecom Italia sind den Konsumenten vertraut. Diese über Jahre gewachsene Bekanntheit verschafft ihnen einen erheblichen Wettbewerbsvorteil.
Wichtiger Treiber für die IPTV-Entwicklung in Frankreich, Spanien und Großbritannien ist zudem das digitale terrestrische Fernsehen – DVB-T. In diesen Märkten verwenden insgesamt zehn IPTV-Services hybride Set-Top-Boxen, die für den Emp-fang von DVB-T und IPTV geeignet sind. Dadurch kann der Konsument via DVB-T herkömmliche TV-Sender kostenlos empfangen und zusätzlich über IPTV Pay-TV-Services oder Video-on-Demand-Dienste nutzen. Solche hybriden Services werden zum Beispiel von der British Telecom oder Darty (Frankreich) angeboten. RAI in Ita-lien führt derzeit ebenfalls entsprechende Trials durch.
IPTV 2007 in Europa: zahlreiche Angebote und zunehmende Globalisierung
Neben einer Vielzahl neuer IPTV-Angebote ist in 2007 mit einer zunehmenden Globalisierung des IPTV-Marktes zu rechnen. Einige der großen Anbieter beabsichtigen, sich zusätzlich in anderen Märkten zu etablieren: So ist die Telecom Italia bereits mit Angeboten in Frankreich und in Deutschland präsent. Tiscali wird auch in Italien starten und die Swisscom plant, die begonnene Übernahme von Italiens Fastweb zum Abschluss zu bringen. Die Analysten von Screen Digest und Goldmedia sind überzeugt: IPTV wird 2007 richtig durchstarten. Unternehmen, die ihre Services im vergangenen Jahr gelauncht haben, beginnen jetzt mit umfangreichen Marketingaktivitäten. Und bereits etablierte Anbieter stehen gut genug da, um ihre Dienste und Kundenzahlen weiter deutlich zu steigern.