- Sturm im Wasserglas oder nationale Aufbruchstimmung? -
Bundesumweltminister Sigmar Gabriel hat heute seine Regierungserklärung „Klimaagenda 2020“ im Bundestag vorgetragen und in diesem Zusammenhang den grundlegenden Umbau der Industriegesellschaft und damit einen Quantensprung gefordert. Ziel ist nach seinen Worten eine jährliche Steigerung der Energieeffizienz unserer Volkswirtschaft um drei Prozent und der weitere Ausbau der Ressourcen für erneuerbare Energien. Den Worten sollen umgehend Taten folgen. In diesem Zusammenhang hat beispielsweise das Bundesministerium für Bildung und Forschung in den nächsten drei Jahren einen Etat in Höhe von 255 Mio. Euro für Klimaerforschungsprogramme eingeplant. Darüber hinaus will die Bundesregierung noch in diesem Jahr ein neues Klimaschutzprogramm auf den Weg bringen an dessen Ende eine 30%ige Reduktion der Treibhausgase bis 2020 stehen soll.
In den erforderlichen Maßnahmen sieht Gabriel weniger eine Belastung, als vielmehr eine Chance für die deutsche Wirtschaft. Die Investitionen von heute sind in seinen Augen die Arbeitsplätze von morgen. In Zukunft wird die Energieproduktivität eines Landes ganz maßgeblich die internationale Wettbewerbssituation mitbestimmen. Mit Blick auf die Marktführerschaft vieler deutscher Unternehmen in den Sparten erneuerbare Energien und Energieeffizienz, ist man versucht, ihm recht zu geben.
Während uns die Umwelt mit dem heißesten April seit Menschengedenken und meteorologischen Messungen den Klimawandel eindrucksvoll vor Augen führt, die Medien den Klimawandel in Boulevard- und Fachpresse gleichermaßen thematisieren, und die Politiker anscheinend bestrebt sind, sich im Engagement für den Klimaschutz förmlich zu überbieten, ist ein Umfeld entstanden, in dem endlich wirklich etwas bewegt werden könnte. Wird die daraus resultierende Chance einer allgemeinen Aufbruchstimmung genutzt, oder wird sie verpasst? Eine der vielen interessanten Fragen, denen eine Podiumsdiskussion mit Politikern, Investoren und Wissenschaftlern im Rahmen des von uns initiierten Sustainability Congress am 3. Mai im ehemaligen Bundestag in Bonn nachgehen wird.