Lehm ist ein Verwitterungsprodukt von Urgestein, eine Mischung aus Ton, Schluff (Feinsand) und Sand, die auch gröbere Bestandteile wie Kies, Schotter oder Steine enthalten kann. Er ist neben Holz und Naturstein der wohl älteste Baustoff, den die Menschheit kennt und er erlebt derzeit eine regelrechte Renaissance. Dieser Naturbaustoff ist ohne hohen Transportaufwand verfügbar, da er fast überall im Boden vorkommt. Er bedarf keiner thermischen oder chemischen Behandlung, um Ihn für den Bau nutzbar zu machen – ist also doppelt energiesparend und umweltschonend. In Zeiten immer knapper werdender fossiler Brennstoffe und steigender Schadstoffbelastung, zwei wichtige Argumente, um mit Lehm zu bauen. Aber auch seine wieder Verwertbarkeit spricht für diesen Baustoff. Ton, das Bindemittel im Lehm, bindet das Wasser nicht chemisch sondern rein physikalisch und somit entsteht auch keine neue Verbindung nach dem Erhärten, wie z.B. bei Gips, Kalk oder Zement sondern es bleibt einfach Lehm. Ein Zeichen dafür ist, dass beim Abbinden keine Wärme entsteht, wie bei den anderen Bindemitteln.
Weitere Vorteile von Lehmbauwänden sind die guten bauphysikalischen Eigenschaften. Durch seine hohe Wichte und die daraus resultierende Massigkeit der Bauteile hat er hervorragende schalldämmende Eigenschaften, was unsere Altvorderen bereits gut zu nutzen verstanden, indem sie ihn z.B. als Füllstoff in Holzbalkendecken verwendeten.
Ein weiterer Vorteil, der daraus resultiert ist sein gutes Wärmespeichervermögen. Innerhalb von 6…8 Stunden soll die Schwankung der inneren Oberflächentemperatur nicht mehr als
7 % der Außentemperatur betragen. Dies wird beim Vollziegel bei einer Wandstärke von 36 cm, bei Lehm bei einer Wandstärke zwischen 17 und 28 cm erreicht. Lehmwände bleiben im Sommer kühl und im Winter warm.
Lehm kann schnell Luftfeuchtigkeit aufnehmen und diese bei Bedarf wieder abgeben, reguliert somit die Feuchtigkeit der Raumluft und trägt zu einem gesunden Raumklima bei. Diese konstante Luftfeuchtigkeit erzeugt ein äußerst angenehmes und gesundes Wohnklima. Sie verhindert ein Austrocknen der Schleimhäute, reduziert die Feinstaubbildung und wirkt somit vorbeugend gegen Erkältungskrankheiten.
Durch die Zugabe von Zuschlägen mineralischer oder pflanzlicher Herkunft kann die Trockenschwindung und Rissbildung verringert, die Zug-, Druck- bzw. Abriebfestigkeit erhöht oder die Wasserempfindlichkeit herabgesetzt werden. Leichtzuschläge verbessern die wärme dämmenden Eigenschaften.
Besonders gut verträgt sich Lehm mit Holz, da beide ähnliche feuchte regulierende Eigenschaften besitzen und Lehm das Holz konserviert und vor Schädlingsbefall schützt.
Darum ist Lehm besonders gut geeignet, um Fachwerkwände aus zu fachen und zu verputzen.
Wer mit Lehm arbeitet ist so richtig erdverbunden. Das macht das innere Kind glücklich.
Die Mineralien im Lehm aktivieren, wenn man sich damit einreiben würde, den Stoffwechsel und das Lymphsystem. Lehm verbessert die Haut, macht sie weich und rein.
Zudem macht es Spaß mit Lehm zu bauen und Formen zu strukturieren, die Hände bleiben heil und es ist ja sooo gesund: das Haus und die Luft darin.
Begeistern Sie sich für den historischen Baustoff mit der großen Zukunft. Lesen Sie, belegen Sie Kurse … Mit neuen Ideen kommt man zurück in die eigene Welt und kann das erschaffen, wovon andere nur träumen.