Prismenferngläser, umgangssprachlich auch Feldstecher genannt, sind tragbare Ferngläser. Sie weisen meist eine binokularer Bauart auf. Dies bedeutet, dass es möglich ist mit beiden Augen über zwei Strahlengänge Dinge zu beobachten.
Binokularen Ferngläser
Bei binokularen Ferngläsern sind beide Gehäusehälften um die Mittelachse schwenkbar. So lassen sich die Strahlengänge auf die Pupillendistanz, also den Augenabstand, des Benutzers präzise einstellen. Die Einstellung ist dann optimal, wenn der Betrachter einen Bildkreis, nicht eine Acht sieht. Nur so ist ein gutes stereoskopisches, also optisches Sehen möglich. Einstellungen die nicht optimal auf den jeweiligen Benutzer geändert wurden, können zu einem raschen Ermüden der Augen und Kopfschmerzen führen. Hierbei ist auch auf die richtige Scharfstellung (Fokussierung) zu achten, die durch die Drehung des Fokussierrades verändert werden kann.
Dioptrienausgleich
Wichtig ist auch der Dioptrienausgleich, der durch das Drehen eines Okulares erfolgt. So kann die meist unterschiedliche Dioptrienzahl der Augen optimiert werden. Um störendes Seitenlicht abzuhalten ist die Verbindung zwischen Auge und Okular bei den meisten Modellen gummiert. Diese Augenmuscheln sind für Brillenträger allerdings nicht immer geeignet, können aber durch passende ersetzt werden. Das Gehäuse eines Prismenfernglases besteht meist aus Aluminium oder Kunststoff.
Für die Funktionalität wesentlich ist das Objektiv, das aus zwei bis fünf Linsen besteht. Es bündelt das eintreffende Licht und liefert ein verkleinertes, auf den Kopf stehendes, seitenverkehrtes Bild. Dieses wird dann vom Prismensystem, bestehend aus zwei oder drei Prismen, richtig gestellt. Schließlich kommt das Okular zur Wirkung. Es vergrößert das eingelangte Bild. Das Okular funktioniert also wie eine Lupe.