Oldenburger Satztest nun als anerkanntes Medizinprodukt verfügbar
Oldenburg, 26. März 2007 – Ob bei HNO-Ärzten, bei Audiologen oder bei Hörgeräte-Akustikern – der Oldenburger Satztest (OLSA) gilt seit langem als Standardverfahren der Hördiagnostik. Entwickelt wurde er von einer Gruppe von Hör-Forschern, die sich Anfang der 90er Jahre an der Universität Oldenburg bildete und aus der später das Oldenburger Hörzentrum sowie das Kompetenzzentrum für Hörgeräte-Systemtechnik HörTech hervorgingen. Nun ist der OLSA, der bisher nur in einer manuellen CD-Version verfügbar war, auch in einer in Audiometriesysteme
integrierbaren Softwareversion erhältlich und in dieser Form als anerkanntes Medizinprodukt für den Einsatz in HNO-Praxen und Akustik-Fachgeschäften zugelassen.
Wolfgang kauft fünf rote Autos. Peter hat fünf grüne Schuhe… – Mit diesen und ähnlichen Sätzen arbeitet der renommierte Oldenburger Satztest (OLSA), mit dem das Sprachverstehen Erwachsener in Ruhe sowie im Störgeräusch überprüft werden kann.
„Aufgabe der Testperson ist es, Sätze zu verstehen, die nach dem Zufallsprinzip aus einem Inventar von 50 Wörtern gebildet werden“, erläutert Dr. Thomas Wittkop, Leiter des Bereichs Produktentwicklung und Vertrieb der HörTech gGmbH : „Mittels Rauschen können Störgeräusche simuliert werden, die denen akustisch anspruchsvoller Hörsituationen im Alltag vergleichbar sind. Jeder Satz besteht aus einem Namen, einem Verb, einem Zahlwort, einem Adjektiv und einem Objekt. Da die Sätze per Zufall gebildet werden, kann man sie auch nicht auswendig lernen. Das macht es möglich, eine Messung je nach audiologischer Indikation beliebig oft zu wiederholen.“
Neben dem Oldenburger Satztest wird das Kompetenzzentrum HörTech noch in diesem Jahr zwei weitere Oldenburger Messprogramme als Medizinprodukte in den Markt einführen: den Oldenburger Kindersatztests (OLKISA) sowie die Lautheitsskalierung. Aktuell sind der OLSA sowie bald auch die beiden anderen Verfahren im Audiometriesystem AT900 der Firma Auritec integriert. Darüber hinaus bereitet das Kompetenzzentrum Hör-
Tech die Verwendung der Verfahren in den Systemen weiterer Hersteller vor.
"Für uns sind die Markteinführungen des OLSA sowie der weiteren Oldenburger Messprogramme ganz wichtige Schritte, denen eine jahrelange, oft mühevolle Entwicklungsarbeit voraus ging“, so Thomas Wittkop abschließend. „Wir wissen, dass diese Verfahren von vielen Ärzten, Audiologen und Hörgeräte-Akustikern bereits seit langem erwartet werden. Wer nicht mit dem System von Auritec arbeitet, und erfahren möchte, ob es unsere Messprogramme demnächst auch für ein bestimmtes anderes System geben wird, sollte sich am besten an den jeweiligen Hersteller wenden."